30 Prozent der Erde sollen unter Naturschutz gestellt werden

„30 x 30“ klingt wie ein Mantra. Die Notwendigkeit, 30 Prozent der Landfläche und 30 Prozent der Meeresgebiete bis 2030 zu schützen, wird angeführt. Die Festlegung dieses Ziels gilt als Schlüssel zum Erfolg der Weltnaturkonferenz in Montreal, auf der derzeit Vertreter aus 196 Ländern versuchen, ein globales Abkommen zum Schutz der Natur auszuhandeln. Die Verankerung von 30 x 30 habe „hohe Symbolkraft“ für die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft, die Naturzerstörung zu stoppen und einen Kurswechsel einzuleiten, sagte Umweltministerin Steffi Lemke (De Grønne) im Gespräch mit der FAZ

Die bisherigen Verhandlungen in Montreal haben aber vor allem eines deutlich gemacht: Wie gespalten die Staaten darüber sind, was sie gegen den Verlust der Artenvielfalt und die Zerstörung natürlicher Lebensräume tun wollen. Insgesamt sind die Differenzen so zahlreich, dass in der zusätzlichen ersten Verhandlungsrunde Anfang Dezember nicht einmal Zeit blieb, am goldenen Schlüssel zum 30 x 30-Ziel zu arbeiten. Fast alles bleibt umstritten, sogar das 30-Prozent-Ziel.

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Zu klären ist, welche Flächen in welchem ​​Umfang der Natur überlassen werden sollen und wer darüber entscheidet. Wie kann man gleichzeitig der Gefahr entgegenwirken, dass Staaten nur „Papierparks“ schaffen, also Tiere und Pflanzen nur auf dem Papier geschützt werden? Um dies zu verhindern, muss die Finanzierung der Schutzgebiete gesichert werden.

Indigene Völker spielen eine Schlüsselrolle

Drei Viertel der artenreichsten Regionen der Erde liegen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Sie werden die Verwaltung und Überwachung der Gebiete nicht aus eigenen Mitteln finanzieren können. Auch über den Ausgleich finanzieller Einbußen in den Schutzgebieten soll verhandelt werden. Ein weiterer sehr wichtiger und sensibler Aspekt: ​​Es müssen Regelungen getroffen werden, damit die Rechte der traditionellen Bewohner gewahrt bleiben. Ein Drittel der Gebiete mit der größten biologischen Vielfalt wird von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften bewohnt. Laut einem Bericht des World Biodiversity Council spielen sie eine Schlüsselrolle als Hüter der Ökosysteme, auf deren Schutz die internationale Gemeinschaft insgesamt angewiesen ist.

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Schließlich wurde in den Vorverhandlungen Anfang Dezember entschieden, dass die Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften im Masterplan zur Rettung der Natur gewahrt werden müssen. Doch was das konkret für das 30 x 30-Ziel bedeutet, bleibt unklar. Derzeit stehen rund 17 Prozent der Landfläche und 8 Prozent der Meeresgebiete unter Schutz. Der Vorschlag, diesen Anteil auf 30 Prozent zu erhöhen, wird von einer Staatengruppe mit dem klangvollen Namen „High Ambition Coalition for Nature and People“ unterstützt. Mehr als 100 Regierungen, darunter auch die Bundesregierung, damals noch unter Bundeskanzlerin Merkel, sind dabei. Aber das Abkommen zum Schutz der Natur muss einstimmig angenommen werden. Laut Georg Schwede, europäischer Vertreter der Campaign for Nature-Initiative, wurde das 30 x 30-Ziel bisher von Indonesien offen in Frage gestellt. Brasilien und Argentinien forderten, wie viele andere Länder des globalen Südens, den Norden auf, sich zuerst die Finanzierung zu sichern. Die Vorgabe lautet: mindestens 100 Milliarden pro Jahr.

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