Füllstand der Gasspeicher in Deutschland sinkt auf 99,8 Prozent

Die Gasspeicher in Deutschland sind so voll wie nie zuvor.

Die Gasspeicher in Deutschland sind so voll wie nie zuvor.
Bild Allianz

Deutschlands Gasspeicherkapazität blieb am Samstag bei 99,8 Prozent.

Aufgrund der Kälte hat der Gasverbrauch zugenommen. Die Gasvorräte gehen zur Neige, sind aber für die Jahreszeit sehr hoch.

Vollständige Speicher- und LNG-Terminalgewinne Mitte November verbesserten die Winteraussichten ohne Gasknappheit erheblich.

Deutschlands Gasspeicherkapazität ist am Samstag infolge der kalten Witterung leicht auf 99,8 Prozent gesunken. Die Erdgasreserven verringerten sich auf 245,1 Terawattstunden. Das geht aus Daten hervor, die die European Gas Storage Association GIE am Mittwochabend veröffentlicht hat.

Mit der Kälte hat auch die Entnahme aus dem Gasspeicher bereits begonnen. Wenn das so weitergeht, wäre das für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Seit drei Jahren liegt dieser Wendepunkt zwischen der 41. und 46. Kalenderwoche. Aktuell befinden wir uns am Ende der 46. Kalenderwoche. Bisher tragen in diesem Jahr mildes Herbstwetter und Einsparungen für Unternehmen und Verbraucher dazu bei, dass die Lagertanks länger gefüllt bleiben. Allerdings ist es in weiten Teilen Deutschlands zuletzt deutlich kälter geworden.

In der vergangenen Woche, 45 Kalenderwochen, stieg der Gasverbrauch im Vergleich zur Vorwoche um 10 Prozent. Er lag aber immer noch 33 Prozent unter dem bisherigen Vierjahresdurchschnitt. Die 45. Kalenderwoche war um 1,7 Grad wärmer als dieser Vergleichszeitraum.

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Bis zu diesem Winter sind etwa 40 Untergrundspeicher in Deutschland von besonderer Bedeutung, da Russland kein Gas mehr über die Pipeline Nord Stream 1 liefern wird. Deutschland versucht, die Lücke mit einem Mix aus Vollspeicherung, Energieeinsparungen und zusätzlichen Gaslieferungen aus Norwegen über bestehende Pipelines und vier neue LNG-Schiffsterminals zu füllen.

Die Chancen auf einen Winter ohne Gasknappheit haben sich in den letzten Wochen verbessert. Noch nie waren die Erdgasreserven in fast vollen Lagerstätten zu Winterbeginn höher. Wirtschaft und Haushalte sparen immer noch viel Gas. Fortschritte gibt es auch beim Bau von Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG). „Wenn es keine Extremtemperaturen gibt, kommt Deutschland gut durch den Winter 2022/23“, sagte der Verein Initiative Energiespeicher (Ines).

Vergangene Woche wurde in Wilhelmshaven das erste LNG-Dock (Liquefied Natural Gas) für LNG-Schiffe fertiggestellt. Außerdem ist das erste LNG-Schiff auf dem Weg in den Hafen von Lubmin. Klaus Müller, Leiter der Netzagentur, sprach von einem „doppelten Erfolg für die Versorgungssicherheit“. LNG-Vorräte seien bereit und Gasspeicher “gepackt”, schreibt Müller: “Diesen Schwung brauchen wir jetzt, um die Erneuerbaren und ihre Netze auszubauen.” Während das LNG in wenigen Wochen über Wilhelmshaven nach Deutschland importiert wird. Es gibt jedoch noch einiges zu tun, wie zum Beispiel die Fertigstellung der Pipeline.

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Allein die 245 Terawattstunden Gas im Speicher reichen für etwa zwei Monate Winterverbrauch. Zum Vergleich: Im Januar und Februar 2022 verbrauchte Deutschland zusammen knapp 227 Terawattstunden Gas.

Wie lange Gas in den Speichern hält, hängt davon ab, wie viel Gas im Winter nach Deutschland gelangt und wie viel verbraucht wird. Der Verbrauch wiederum hängt von der Temperatur und dem Verhalten von Unternehmen und Haushalten ab.

„Wenn es im Winter sehr kalt ist, sind die Speicher sehr schnell leer“, sagte Müller. „Deshalb ist es wichtig, dass wir auch bei sinkenden Temperaturen weiterhin auf unseren Gasverbrauch achten und so viel wie möglich einsparen.“ Damit Deutschland ohne Gasknappheit durch den Winter kommt, hat sich die Netzagentur das Ziel gesetzt, mindestens 20 Prozent einzusparen.

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Die jüngsten Ereignisse haben die Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht, stark erhöht. Das ist das Ergebnis von Berechnungen sowohl der Netzagentur als auch von Ines vom Gasspeicherverband. Neben Einsparungen würden zusätzliche Gasimporte und reduzierte Exporte die Situation im europäischen Gasnetz verbessern. Deutschland erhält mehr Gas aus Belgien, den Niederlanden und Norwegen. Seit Ende Oktober wird auch aus Frankreich Gas nach Deutschland geliefert. Dann gibt es noch die LNG-Terminals.

Bei niedrigeren Temperaturen werden die Gaslieferungen an Nachbarn wie Tschechien jedoch weiter zunehmen. Deutschland habe seine Lager dank Lieferungen aus anderen Ländern wieder auffüllen können, sagte Regierungschef Müller. „Deshalb darf die Verpflichtung zur Solidarität gegenüber unseren europäischen Nachbarn nicht in Frage gestellt werden.

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Haushalte und kleine Gewerbekunden sind für etwa 40 Prozent des Gasverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Die restlichen 60 Prozent stammen von großen Industriekunden. Haushalte und viele Unternehmen verbrauchen den Großteil ihres Gases in der Heizperiode von Oktober bis April.

Im Störungsfall stoppt die Netzagentur die Gasrationierung. Es gibt eine Anordnung, dass zunächst viele Unternehmen von den Einschränkungen betroffen sein werden. Dadurch werden kritische Infrastrukturen und private Haushalte vor Einschränkungen geschützt.

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mit DPA-Materialien

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