Geschäfte in München bleiben auf Fan-Artikeln sitzen

  1. d.h
  2. München
  3. Region

Erstellt:

Von: Martin Becker

Teilen

Bislang haben Nachwuchschef Max Forster und seine Assistentin Katharina Hein von „Sport Forster“ in Unterhaching und Grünwald keine Geschäfte mit der Fußball-WM in Katar gemacht.
Bislang haben Nachwuchschef Max Forster und seine Assistentin Katharina Hein von “Sport Forster” in Unterhaching und Grünwald keine Geschäfte mit der WM in Katar gemacht. ©Martin Becker

Keine Anzeichen von WM-Fieber im Landkreis München. In den Shops stehen die Fanartikel als Langsamdreher in den Regalen. Ein Unternehmen distanziert sich sogar von der WM in Katar.

Bezirk – So etwas gab es noch nie: Bis Sonntagabend (13. November) rollen in der Bundesliga die Fußbälle, bevor nur eine Woche später die WM in Katar beginnt. Wegen der Hitze im Wüstenstaat erstmals eine Winter-WM – diese umstrittene Entscheidung wurde vor vielen Jahren getroffen. Doch sind Fußballfans hierzulande selbst im WM-Fieber, wie läuft der Verkauf von Fanartikeln in den Sportgeschäften vor Ort? Wir haben im Bezirk nachgefragt.

WM 2022: Sport Forster in Unterhaching und Grünwald hat bisher nur ein Trikot verkauft

Max Forster hat es am Computer nachgeschlagen. „Wir haben bisher ein einziges Trikot für die deutsche Nationalmannschaft verkauft“, berichtet der Juniorchef von Sport Forster mit Niederlassungen in Unterhaching und Grünwald. Und niemand interessiert sich für den WM-Ball “Al Rhila”. Dass plötzlich, wie bei früheren Weltmeisterschaften, die große Fußballbegeisterung ausbricht? Damit rechnet Max Forster nicht: „Die DFB-Trikots landen eher in der Zehn-Euro-Geschenkbox – was machen wir sonst damit?“

Auch Lesen :  "Benennen und Schämen": Musk droht abtrünnigen Twitter-Werbekunden
Bitte keine Katar-Verbindung: Für das Foto holen Teammanager Thomas Grimm und Kollegin Anastasia den WM-Ball aus der Vitrine in der Decathlon-Filiale in Unterföhring.
Bitte keine Katar-Verbindung: Für das Foto holen Teammanager Thomas Grimm und Kollegin Anastasia den WM-Ball aus der Vitrine in der Decathlon-Filiale in Unterföhring. ©Martin Becker

Katharina Hein, Assistentin der Geschäftsführung bei Sport Forster, beschreibt die Gründe dafür so: „Erstens ist es die falsche Zeit (Winter) und zweitens kommen noch Menschenrechts- und Klimafaktoren hinzu. Viele Leute, die wir kennen, haben aus diesen Gründen wenig Interesse an der WM. Das spiegelt sich auch bei unseren Kunden wider.“

Max Forster persönlich steht der WM sehr kritisch gegenüber: „Alle reden von Umweltschutz – und dann werden Stadien in eine Wüste gebaut, die dann ungenutzt verstauben. Abgesehen davon, dass Bauarbeiter für den Bau des Stadions sterben mussten – jeder Tote ist einer zu viel.“

Winter-WM in Katar: Auch das Wetter in Deutschland spielt eine Rolle

Katharina Hein sieht die WM in Katar „überschattet von den aktuellen Krisen“, zumal seit dem letzten ZDF-Bericht, wo ein WM-Botschafter aus Katar auf die Frage, wie man mit Homosexualität umgehe, wörtlich meinte, dies sei „Schädigung der Psyche“. Es ist eine psychische Erkrankung. – Es sei bedauerlich, wie sich die WM-Organisatoren darstellen, sagt Katharina Hein. Doch nicht nur das Thema Menschenrechte spiele eine Rolle: „Die WM findet wettertechnisch zum ungünstigsten Zeitpunkt statt. Jeder, der ein Trikot kauft, wird es nach vorne zeigen – aber jetzt muss man eine Winterjacke drüber oder etwas Dickes drunter tragen.“

Auch Lesen :  Homeoffice: Neue Steuerregeln fürs Arbeitszimmer können zum Nachteil werden
In Ottobrunn schlüpft Gabi Pliva ins DFB-Trikot.
In Ottobrunn schlüpft Gabi Pliva ins DFB-Trikot. ©Martin Becker

Bei Intersport Siebzehnrübl in Ottobrunn bestätigt Gabi Pliva die „stark ausbaufähige Nachfrage“ nach Fanartikeln: „Der Verkauf von DFB-Trikots läuft sehr zögerlich, wir haben keine weiteren Fanartikel im Haus. Oft das erste Spiel der deutschen Mannschaft (am 23. November gegen Japan; d. Rot) entscheidend – wenn es gut läuft, steigt die Lust auf Trikots.”

Auch Lesen :  Samsung mit deutlichem Gewinnrückgang | Freie Presse

Decathlon hat sich von der WM in Katar distanziert

Bei Decathlon geht man einen Schritt weiter – nicht nur in Bayerns größter Filiale in Unterföhring, sondern grundsätzlich. – Wir distanzieren uns von dieser WM, sagt Thomas Grimm, Teammanager in Unterföhring. Aus der Fußballecke wurden alle Dekorationen im Zusammenhang mit Katar entfernt, und für das Foto mit dem stellvertretenden Abteilungsleiter wird sogar eine Puppe im DFB-Trikot weggetragen und der WM-Ball aus einer Vitrine geborgen.

Saison, Menschenrechte, Klimafragen? Auf Nachfrage des Münchner Merkur sagte Unternehmenssprecherin Hanna Beck allgemein zur Missachtung der WM durch Decathlon: „Wir von Decathlon Deutschland haben uns dazu entschieden, die diesjährige WM nicht proaktiv zu bewerben. Wir nehmen die öffentliche Kritik am Austragungsort und den örtlichen Gegebenheiten sehr ernst.“ Natürlich hat Decathlon tolle Fußballprodukte, die wir unseren Kunden präsentieren, aber wir verzichten auf einen konkreten Bezug zur WM, um unsere Haltung zu zeigen.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button