Katar wirft Deutschland Doppelmoral vor | Aktuell Deutschland | DW

Zwei Wochen vor Beginn der Fußball-WM in Katar sprach Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani in Berlin in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ, Montagsausgabe) über „Doppelmoral“. Einerseits werde „die Bevölkerung Deutschlands von Regierungspolitikern falsch informiert“, sagte der Minister. Andererseits hat die Bundesregierung kein Problem mit Katar, wenn es um Energiepartnerschaften geht oder um die Rettung deutscher Staatsbürger aus Afghanistan.

„Wenn wir die WM ausrichten, wollen wir den Moment genießen und mit der deutschen Nationalmannschaft feiern, dann gibt es plötzlich andere Maßstäbe“, sagte Al Thani. Katar war immer offen für konstruktive Kritik. Aber wenn Fehlinformationen und Falschaussagen von einer Regierung gemacht werden, die “vorgibt, mit uns zusammenzuarbeiten” und die alle Entwicklungen und Reformen kennt, dann “dann können wir das nicht akzeptieren”, sagte er.

Für Unmut sorgten in Doha die Äußerungen von Innenministerin Nancy Feser (SPD). Er bezeichnete die WM-Vergabe angesichts der Menschenrechtsbilanz in Katar als „absolut schwierig“. Er forderte auch Sicherheitsgarantien für die LGBTIQ-Community, da Homosexualität dort ein strafbares Verbrechen sei. Al Thani sagte, die oberste Autorität habe wiederholt bekräftigt, „dass jeder willkommen ist und niemand diskriminiert wird“. Die Strafverfolgungsbehörden hatten klare Anweisungen, nur einzugreifen, “wenn die Sicherheit der Fans durch die Gewalt bedroht war”. Es sei schade, wenn Politiker versuchten, “auf unsere Kosten” intern aufzufallen und zu punkten”, sagte der Außenminister.

Ab dem 20. November findet die Fußballweltmeisterschaft in dem Golfemirat statt, das sowohl wegen des Termins zum Jahresende als auch wegen Menschenrechtsvorwürfen gegen das Land äußerst umstritten ist. Laut Menschenrechtsverteidigern starben beim Bau der Stadien viele Menschen unter den Arbeitern. Bei einem Besuch in Katar im September sprach Bundeskanzler Olaf Scholz von Fortschritten beim Umgang mit Arbeitnehmern, auch wenn die Bedingungen dort nicht mit denen Deutschlands übereinstimmen.

Auch Lesen :  FC Bayern München: Manuel Neuer hatte schon dreimal Hautkrebs

se/wa (rtr, faz.net, kna)



Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button