Wirtschaftsweise Schnitzer sieht System kritisch– offen für Beteiligung von Beamten

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Von: Thomas Schmidt

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Monika Schnitzer: Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen hält den Abzug der 63-Jährigen-Rente für „falsch“.
Monika Schnitzer: Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen hält den Abzug der 63-Jährigen-Rente für „falsch“. © Imago/Rainer Unkel

Wirtschaftsexpertin Monika Schnitzer halte den Abzug der Rente des 63-Jährigen für “falsch”, sagte die Volkswirtin zum engen Blickwinkel von Rentenkassen und Arbeitsmarkt.

München – Monica Schnitzer, die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, spricht sich für einen grundlegenden Umbau der Rente aus. „Wir können uns das Rentensystem nicht mehr lange leisten“, sagte Schnitzer in einem Interview Merkur.de Von IPPEN.MEDIA. Schon jetzt muss der Bund Pensionskassen mit 110 Milliarden Euro jährlich unterstützen. „Wenn wir so weitermachen, fließt in 25 Jahren jeder zweite Euro aus dem Bundeshaushalt als Zuschuss in die Pensionskasse“, warnte der Professor für Vergleichende Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Um das Rentensystem zu stabilisieren, müsse man “alle Schrauben anziehen”, forderte Schnitzer. Das Renteneintrittsalter soll weiter angehoben werden. „Für jedes Jahr Lebenserwartung sollte das Renteneintrittsalter um acht Monate angehoben werden“, erklärte der Ökonom und verwies auf einen Vorschlag des Sachverständigenrats zur Bewertung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

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Ökonomie Schnitzer: Das Verhältnis von Ruhestand zu Lebenserwartung

Nach aktuellem Stand wird die Altersgrenze bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Die Lebenserwartung steige alle zehn Jahre um ein Jahr, sagte Schnitzer. Daraus ergibt sich im Jahr 2046 ein Rentenalter von 68 Jahren. 2061 erhöht sich die entsprechende Grenze dann auf 69 Jahre.

Zudem forderte die Wirtschaft rasche Rentenerhöhungen. So könnten auch die Babyboomer, „die in ein paar Jahren in den Ruhestand gehen, aber zu wenig Kinder haben, um diesen Ruhestand zu finanzieren“, einen Beitrag leisten.

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Zudem sprach sich Schnitzer für steigende Renten in den kommenden Jahren aus. Das bedeutet, dass Rentner ihre Rente weiterhin auf der gleichen Höhe beginnen wie bisher. Allerdings hinken Rentenanpassungen nach diesem Modell künftigen Gehaltssteigerungen hinterher. Eine solche Anpassung würde vor allem die Vermögenden treffen, da sie eine statistisch höhere Lebenserwartung hätten. Normalerweise würden sie noch Vorsorge treffen, sagte der neu gewählte Wirtschaftschef Quecksilber.

Schnitzer ist offen dafür, von der Pensionskasse den Einsatz von Beamten und freien Mitarbeitern zu verlangen

Schnitzer zeigte sich offen für die Beteiligung von Beamten und Freiberuflern an Rentenbeiträgen. Das sei „auf jeden Fall zu bedenken“. Wir sollten jedoch nicht auf die Sanierung des Rentensystems warten. Denn auch die mögliche Verlängerung der Rentenbeitragspflicht führt zu Ansprüchen gegenüber der Rentenkasse.

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Die 2014 eingeführte Rente mit 63 hält das Wirtschaftssystem für „falsch“. Neben hohen Kosten spricht auch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für eine vorzeitige Pensionierung ohne Abzüge. Schnitzer erinnerte daran, dass es derzeit schwierig sei, selbst für einfache Tätigkeiten Personal zu finden.

Noch vor wenigen Jahren stellte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) seinen Rücktritt mit 63 Jahren in Frage. Wichtig sei es, den Anteil derer zu erhöhen, “die wirklich bis zum Rentenalter arbeiten können”, sagte Scholz im Gespräch mit der Funke Gruppe. Allein im vergangenen Jahr gingen 270.000 Arbeitnehmer nach 45 Beitragsjahren ohne Abzüge in den Ruhestand. Doch die Regelung hinterlässt ein großes Loch in der Pensionskasse. Gleichzeitig werden allein dafür monatlich mehr als drei Milliarden Euro fällig.

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